Gartengestaltung: Gemeinsame Gartenprojekte – starke Beziehungen

Gartengestaltung: Gemeinsame Gartenprojekte – starke Beziehungen

Familien bestehen aus Individualisten – klar. Unter ihnen gibt es mindestens zwei, die sich trotz aller Individualität dafür entschieden habe, gemeinsam zu leben. Was für ein Glück! Nach der Anfangseuphorie schleicht sich überall der Alltag ein und es gehört schon eine ordentliche Portion Einsatz dazu, Beziehungen vor den Widrigkeiten des Alltäglichen zu schützen. Bei Gärten ist es genau so. Man darf nicht nebeneinander her oder gar gegeneinander agieren. Miteinander ist die Devise. Bei der Gartengestaltung und natürlich auch bei der Beziehungsgestaltung. Dass es dabei immer wieder Herausforderungen gibt, ist wohl jedem klar. So auch bei uns. Doch an ihnen sind wir gewachsen – jeder für sich, aber vor allem zusammen. 

An Herausforderungen wachsen

Herausforderungen annehmen, sich ihnen zuwenden und losgehen sind wichtige Schritte, für jeden Einzelnen aber auch auf einem gemeinsamen Weg. Mal ist der eine schneller, mal möchte einer abtauchen. Da muss dann einer warten, ein anderer Mut fassen. Denn wenn man gemeinsam unterwegs ist, verschwindet die Angst, der Gang wird aufrechter und irgendwann ist der Weg gar nicht mehr so beschwerlich. Man kann diese gemeinsamen Erfahrungen in allen Bereichen machen und ich bin der festen Überzeugung, dass sie eben auch in allen Bereichen ihre großartige Wirkung haben können. 

Gemeinsam Projekte stemmen

So haben wir seit dem Erwerb des Grundstücks im Jahr 2014, aus dem inzwischen der Stromergarten geworden ist, unglaublich viele Projekte gemeinsam geplant und auch gestemmt. Manche als Paar, manche als Familie. Fast unmerklich hat sich da eine Klarheit manifestiert, miteinander die Dinge abzusprechen, die bisher vielleicht nur eine Person bei uns interessierte oder betraf. Der Stromergarten ist meine Idee, die aber durch den Input meiner Familie niemals entstanden wäre. Auch wäre diese ganze Idee niemals umsetzbar, wenn die anderen sich nicht darauf eingelassen hätten. 

Bereicherung für alle

Das Tempo war unterschiedlich, aber inzwischen ist es für alle eine Bereicherung. Mein Mann machte sich viel Druck mit baulichen Dingen. Wie irre! Galt er doch noch bis vor drei Jahren als Mann mit zwei „linken Händen“. Und das denkt er auch bis heute leider hin und wieder von sich. War ich doch bisher ausschließlich diejenige in unserer Familie, die alles zusammenbaute, Lampen anbrachte, Löcher bohrte etc. Was das Tun doch bewirken kann. Unser siebzehnjähriger Sohn, findet das Gartenthema verständlicherweise nicht sonderlich aufregend. Doch hin und wieder nimmt er teil, hilft hier und da und wagt sich immer öfter auch zu unseren Veranstaltungen. Dort hat er tolle Menschen kennengelernt, eine nachhaltige Erfahrung. Und immer wieder bin ich fasziniert, dass er trotz seiner geliebten Rückgezogenheit, so offen und freundlich und  unvoreingenommen mit den Menschen im Stromergarten kommuniziert. Auch wenn er nicht viel teilnimmt, bin ich mir sicher, hat die Offenheit unseres Projektes und die Selbstverständlichkeit, dass hier immer wieder „fremde“ Menschen zu Besuch kommen, ihre Wirkung hinterlassen. Unsere Tochter fiel es nicht gleich so leicht, dass hier auf einmal so viele neue Kinder waren und ganz selbstverständlich in unserem Garten spielten. Inzwischen hat sie die Vorzüge entdeckt und fragt immer wieder nach, wann denn wieder jemand komme und ob da auch Kinder dabei wären. Meistens lockt sie viele kleine Besucher in ihr Zimmer oder zum Stromern um die Koppel und Streuobstwiese oder zum Kirchplatz. 

Beziehungen gestalten Projekte

Ich kann auch diesem Sprichwort „Gegensätze ziehen sich an“ nicht wirklich etwas abgewinnen. Mein Mann und ich sind vielleicht vom Wesen hier und da „gegensätzlich“ (Wobei das schlussendlich nochmal auszudiskutieren wäre.) Doch hätten wir gegensätzliche Weltanschauungen, Auffassungen von erfüllendem Leben, vom Miteinander, es würde niemals den Stromergarten geben – und unsere Ehe ganz sicher auch nicht. Ich denke Gemeinsamkeiten sind die Grundvoraussetzung, um als Team etwas zu bewegen. Dies gilt doch auch in beruflichen Dingen. Hat schon mal jemand ein Projekt zu einem wirklich bewegenden und nachhaltigen Abschluss gebracht, wenn er mit Menschen zusammenarbeiten musste, die eine völlig andere Sicht auf die Welt und ihre Zusammenhänge haben. Ich will nicht leugnen, dass sich verschiedene Sichtweisen befruchten können, aber eben nicht gegensätzliche. 

Bedürfnisse gestalten

Neben dem Lerneffekt in handwerklichen Dingen haben wir auch viel über uns gelernt. Was wollen wir überhaupt mit dem Garten? Welchem Zweck soll er dienen? Welche Bedürfnisse stehen dahinter? Wie können wir uns alle dort Wohlfühlen? Das waren die Grundfragen für die Gartengestaltung. Und da wir uns ständig weiterentwickeln, tut dies auch unser Garten. Ich nenne es bedürfnisgerechte Gartengestaltung.

Farbwirkung und Formen

Dabei geht es um Formen und um die Wirkungen von Farben. Manchmal braucht es kräftiges Rot zum Aktivieren und Kraft spenden, dann gibt es Phasen, die Klarheit brauchen und somit ein Weiß, oder es braucht jede Menge positive Energien durch dunkles Gelb und Orange oder ruhiges und entspanntes Grün oder ein zartes Rosa zum besänftigen. Bei uns ist alles in fließenden Formen angelegt – keine klaren und festgelegten Formen. Wie sollte das auch zu Menschen passen, die keine Freunde von Konzepten und Vorgaben sind.  Bei uns braucht es viel Freiheit, um eigene Wege, Trampelpfade, Umwege oder Abkürzungen zu gehen. Da helfen geschwungene Wege und Beete sehr. Zu den Bereichen Farbwirkungen und Formen in der Gartengestaltung werde ich im grauen Winter ausführliche Beiträge schreiben.

Gemeinsam gestalten

Die gleiche Herangehensweise praktizieren wir auch bei Gestaltungselemente. Braucht es Aktivierung oder Entspannung – Miteinander und Rückgezogenheit oder müssen mehrere Aspekte ihre Berücksichtigung finden. Wenn wir uns der Potentiale der Gestaltung eines Gartens als Lebensraum bewusst sind, dann können wir damit auch großartige Effekte erzielen – nicht nur im Garten sondern erst Recht beim gemeinsamen Planen, Umplanen, Machen und Nutzen. So kann ein Garten auf seine Macher zurückwirken.

Erst gestaltest Du Dein Umfeld, dann gestaltet Dein Umfeld Dich. Diese Weisheit trifft eben auch auf die Gartengestaltung zu. 

 
 



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