GartenMenschen: Interview mit Beatrice Degenhart von Garten_Liebe_Köln

GartenMenschen: Interview mit Beatrice Degenhart von Garten_Liebe_Köln

Bei den Garteninterviews geht es natürlich bunt zu. So verschieden wie Gärten sind, so verschieden sind auch ihre Macher. Ging es zum Start mit dem riesigen Garten meiner Schwägerin Viola in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Lande los, so geht es heute mit einem Schrebergarten im urbanen Hotspot Köln weiter. Scheinbare Gegensätze? Vielleicht. Doch für jeden gibt es den passenden Garten. Er muss zu den Menschen und deren Lebensumständen, ihrem Lebensfokus passen. Nur dann kann er Freude, Glück und Kraft schenken

Es ist eine Freude, mit diesem Projekt so vielen unterschiedlichen Menschen zu begegnen – zunächst noch virtuell, doch im Frühjahr und Sommer werde ich auch viele von ihnen besuchen fahren und mir die Gärten ansehen und mit den wunderbaren GartenMenschen sprechen. Die dann entstehenden filmischen Portraits bekommt Ihr natürlich auch nächstes Jahr zu sehen.

Heute stelle ich Euch eine gärtnerische Jungpflanze vor. Beatrice aus Köln betreibt erst seit etwas mehr als einem Jahr ihren Schrebergarten und doch  ist schon so viel geschehen: Veränderungen im Garten, im Bewusstsein und im Leben. Wir sind uns auf Instagram begegnet. Eine wunderbare Inspirationsquelle für alles rund um Gärten.

Wer bist Du und wo und wie lebst Du?

Mein Name ist Beatrice, ich bin 36 Jahre jung und wohne in Köln. Gebürtig komme ich aus Nürnberg, lebe seit 10 Jahren in Köln und fühle mich hier pudelwohl. Ich habe schon in einigen Städten gelebt, aber Köln ist mein Zuhause. Ich lebe mit meinem Freund und unserem Hund in einer zauberhaften Altbauwohnung in der Innenstadt, die ich durch Zufall entdeckt habe und mich direkt in sie verliebt hatte. Das einzige was fehlt ist ein Balkon oder eine Terrasse. Aber man kann nicht alles haben, wenn man zentral wohnen möchte.

Wie bist Du zu Deinem Garten gekommen?

Als kleines Mädchen habe ich im Garten meiner Großmutter gespielt und aus allen Blumen und Pflanzen Gestecke gemacht und es geliebt in der Erde zu buddeln. Meine Großmutter sagte damals, ich könne mal als Floristin arbeiten. Das hat nicht geklappt, aber meine Liebe zu Blumen und in der Natur zu sein, hat mich immer begleitet. Als ich meinen jetzigen Freund kennenlernte, erzählte er mir, dass er einen Kleingarten gehabt hat und sehr viel Freude daran hatte. Da dachte ich mir, cool das möchte ich auch. Also habe ich mich meines Tages (Sommer 2017) auf die Suche gemacht und bin im Internet auf einen Gartenverein gestoßen, der einen Garten zu verpachten hatte. Leider nicht fussläufig von zuhause, aber mit dem Fahrrad in 30 Minuten zu erreichen. Ich habe mir den Garten einige Tage später angesehen und an einem Samstag im Juli dann den Pachtvertrag unterschrieben und die Schlüssel bekommen. Das war so ein schöner Moment.

Beschreibe Deinen Garten. Was macht den Garten zu Deinem Garten?

Mein Garten ist bunt, er unterliegt einem ständigen Wandel und er wächst mit jedem Tag. Die Mischung macht auch das Zusammenspiel mit meinem Freund der gerne Sachen baut und sich auch allmählich an das Anpflanzen traut.

Ganz wichtig in meinem Garten ist mein Gewächshaus, das ich mit unterschiedlichen Tomaten bepflanzt habe. Ich liebe Tomaten. 

Nächstes Jahr wird die Nutzfläche neu gestaltet – ohne Beete, alles direkt in der Erde mit einem schönen Weg aus Rindenmulch und Beeteinfassungen aus Holz. Bestimmt kaufen wir auch noch Pflanzen, die außergewöhnlich sind und nicht in jedem Garten zu finden sind.

Welche Bedeutung hat Dein Garten für Deinen Alltag?

Mein Garten ist mein Ausgleich, mein Hobby, meine Inspirationsquelle und mein Rückzugsort, aber auch ein Ort an dem ich mich mit Freunden treffe und eine gute Zeit habe. Ich freue mich jedes Mal dorthin zu kommen. Und dank meiner Selbstständigkeit und einer WLAN-Box kann ich dort im Sommer auch arbeiten und mich zeitgleich an der Sonne und den Pflanzen erfreuen. Mein Garten begleitet mich immer.

 

 

 

 

 

Gibt es besondere Momente, die Du mit Deinem Garten verbindest?

Es gibt ganz viele Momente, die ich mit meinem Garten verbinde. Da ist zum einen die tolle Geburtstagsparty die ich für meinen Freund organisiert hatte, Treffen mit Freunden, das Kennenlernen von lieben Gartenkollegen und auch der Moment in dem ich mich entschlossen habe, meine Bilder bei instagram zu zeigen und somit vielleicht auch eine Inspiration für andere zu sein.

 

 

 

 

 

Worauf hast du bei der Gestaltung Wert gelegt?

Das ist eine interessante Frage. Ich habe eigentlich erstmal losgelegt ohne mir viel Gedanken zu machen. Meine Schwäche ist meine Ungeduld und ich konnte nicht warten bis ich einen Plan hatte. In dem einen Jahr hat sich der Garten schon mehrfach verändert und das wird er weiterhin immer tun. Was bleiben wird ist die Aufteilung des Gartens in Nutz– und Ziergarten. Das war sehr viel Arbeit da die Vorgänger es genau andersrum gehabt hatten. Inzwischen achte ich darauf dass der Garten so naturbelassen wie möglich ist; ich verwende zB. dicke Äste als Beetabtrennung, keine Aluminium-Abtrennungen. Ich achte auf die Mischkultur – wie pflanze ich am besten, damit es allen Pflanzen gut geht und sie sich optimal entwickeln können. 

Was hat sich in Deinen Leben verändert, seit Du einen Garten gestaltest?

Ich lebe bewusster und nachhaltiger. Ich versuche Plastik zu vermeiden (kaufe keine Produkte mehr).  In meinem Garten werden allmählich alle Plastikbehälter entfernt. Ich habe einen anderen Zugang zu Saatgut. Hier achte ich auf gute Qualität und kaufe keine Massenware aus den Supermärkten. Ich habe einen kleinen Gartenblog auf Instagram auf dem ich regelmäßig Bilder meines Gartens zeige. 

Als ich den Garten bekam habe ich direkt alle möglichen fertigen Saatmischungen für Blumen gekauft. Inzwischen tausche ich ganz viel mit anderen Gartenbesitzern. 

Mein Blick auf die Natur, auf Tiere und das Leben an sich haben sich verändert. Eine Leidenschaft für etwas zu haben und diese ausleben zu können macht mich zu einem zufriedeneren und ausgeglichenem Menschen.

 

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