Gartenmenschen – Das Garteninterview mit Melanie Ebling von Gartenaugenblicke

Gartenmenschen – Das Garteninterview mit Melanie Ebling von Gartenaugenblicke

Auf Melanie bin ich über Instagram aufmerksam geworden. Instagram ist eine herrliche Plattform für Garteninspirationen. Bei Melanies Account spürte ich sofort, die Liebe zu dem was sie in ihrem Garten tut. Detailliert zeigt sie ihre Pflanzen und das wirkt auf mich, als ob sie ganz entspannt durch ihren Garten geht, die Kamera in der Hand und schaut, was für Augenblicke sie gerade in den Bann ziehen. Die Agrarbetriebsfachwirtin bewirtschaftet mit ihrer Familie ein Weingut in Friesenheim (Rheinland-Pfalz) und ist schon von liebes- und berufswegen mit Pflanzen verbunden. Inzwischen hat sie sich zur Gartenführerin ausbilden lassen. Wer in der Nähe wohnt oder in der Gegend zu Besuch ist, sollte nicht versäumen zu schauen, ob nicht vielleicht die “Offenen Gärten” in Friesenheim und Umgebung sind, denn da könnt Ihr Euch ganz sicher von Melanie durch ihren wundervollen Garten führen lassen.

Wer bist Du und wo und wie lebst Du?

Ich heiße Melanie Ebling, bin 39 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und unseren Zwillingen in Friesenheim. Friesenheim ist ein kleines Dorf in Rheinland-Pfalz in der Nähe von Mainz. Ich selbst stamme auch hier aus der Gegend und habe nach dem Abitur Agrarbiologie studiert. Seit unserer Hochzeit bewirtschafte ich zusammen mit meinem Mann und den Schwiegereltern unser Weingut und den landwirtschaftlichen Betrieb. Ich selbst bin schon in einem Weingut aufgewachsen und könnte mir nichts Schöneres vorstellen. Wir leben also mit und von der Natur. Zwischenzeitlich habe ich zusätzlich noch eine Prüfung zur Agrarbetriebsfachwirtin abgelegt und ließ mich 2017 zur Gartenführerin für Rheinhessen ausbilden. Seit 2016 öffnen wir den Garten für Besucher anlässlich der Offenen Gärten in Rheinhessen. Während meiner Ausbildung zur Gartenführerin fing ich an meinen Gartenblog zu schreiben und führe seitdem kleinere Gruppen durch unseren Garten. 

Wie bist Du zu Deinem Garten gekommen?

Eigentlich war ich schon immer mit im Garten. Die Liebe zum Garten hat mir bereits meine Mutter mit in die Wiege gelegt. Zum eigenen Garten kam ich, als wir 2004 begannen mit unserem Betrieb an den Ortsrand von Friesenheim zu siedeln. Wir wohnen nun ca. 300 m vom Ort entfernt, in Mitten der Felder und Weinberge. Auf dem neuen Hof leben wir mit den Schwiegereltern, 2 Hasen, 1 Katze und einem Hund und mehreren Hühnern zusammen.  Unser neues Wohnhaus und die Lagerhalle für Maschinen und Weintanks entstand auf einem ehemaligen Ackergelände. Nachdem die Baumaßnahmen abgeschlossen waren, konnte ich mich gartentechnisch auf einem riesigen Gelände austoben. Zusätzlich zur vorgeschriebenen Pflichtbepflanzung und kam dann Stück für Stück der Garten dazu. Insgesamt beträgt unsere Gartenfläche 10.000 m².

Beschreibe Deinen Garten. Was macht den Garten zu Deinem Garten?

Unser Garten bieten viele verschiedene Gartenräume und bietet für Jung und Alt Platz.

Geht man durch unser Hoftor gelang man durch eine Allee aus Eschen zum Haus. Der eigentliche Garten erstreckt sich hinter dem Haus. Hier findet man zum einem eine Pflichtbegrünung um das Gelände mit einheimischen Sträuchern und Bäumen. In unserem Garten gibt es zwei Nutzgärten, einen für die Schwiegermutter und einen für unsere Familie. In diesem Bereich baut jeder selbst an, was er möchte und so gibt es auch keine Streitigkeiten. Bei mir gibt es etwas mehr Obststräucher (Himbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren) und so passt jeder dieses Stück seinen eigenen Bedürfnissen an und ergänzt es zusätzlich durch Blumen. 

Außerdem gibt es noch einen großen Staudengarten, um dessen Pflege wir uns gemeinsam kümmern. Der Staudengarten ist in vier Quadrate unterteilt, die durch ein Wegenetz verbunden werden. Um diese drei großen Teilstücke miteinander zu verbinden, gibt es dazwischen kleinere geschwungene Gartenbeete mit Sträuchern und Stauden. 

Unser Garten ist ein Generationengarten. So finden die Kinder einen großen Spielplatz vor mit Trampolin, Kletterturm und Sandkasten. Außerdem haben wir ein Hühnerhaus und 2015 kam noch ein Gartenhaus hinzu. Das Haus ist so groß, dass man darin feiern und schlafen kann. Dazwischen findet man größere Rasenflächen.

Was macht es zu meinem Garten? Im Garten steckt ganz viel Herzblut drin und auch die Planung und Gestaltung überließ die Familie zum Großteil mir. In jeder freien Minute bin ich im Garten zu finden. 

Mein Garten ist mein Hobby, aber auch meine Auszeit vom Alltag. Bei der Arbeit kann ich prima abschalten und die abendliche Runde mit der Gießkanne entschleunigt mich so schön. Viele unserer Freunde können das nicht begreifen, für sie steht die Arbeit im Vordergrund. 

Welche Bedeutung hat Dein Garten für Deinen Alltag?

Mein Garten ist mein Hobby, aber auch meine Auszeit vom Alltag. Bei der Arbeit kann ich prima abschalten und die abendliche Runde mit der Gießkanne entschleunigt mich so schön. Viele unserer Freunde können das nicht begreifen, für sie steht die Arbeit im Vordergrund. 

Gibt es besondere Momente, die Du mit Deinem Garten verbindest?

Wir haben schon so manch schönes Fest im Garten gefeiert. Außerdem haben wir anlässlich der Taufe unserer Zwillinge einen Baum auf dem Rasen gepflanzt und so wie die beiden mächtig heranwachsen und stark werden, so ist auch die kleine Eiche (die in einem Blumentopf mit in der Kirche) prächtig gewachsen. An vielen Bäumen hängen Erinnerungen, weil wir tatsächlich auch viele Bäume zur Hochzeit (Kirschbaum, Walnussbaum, Eiche) bekommen haben. Anlässlich meines Geburtstages dieses Jahr soll es auch ein großes Gartenfest geben. 

Worauf hast du bei der Gestaltung Wert gelegt?

Auf Grund der Größe des Gartens habe ich darauf geachtet, dass der Garten pflegeleicht bleibt. So ist vieles mit Stauden eingewachsen bzw. durch Bodendecker begrünt. Der Rasen soll kräftig grün sein, aber gerne dürfen darin Löwenzahn und Gänseblümchen oder Beikräuter wachsen. Einen englischen Rasen brauchen wir nicht. Unser Garten ist naturverbunden und ländlich. Blumenstände lasse ich relativ lange stehen, so dass sich die Samen gut verteilen können. 

Was oder wer inspiriert Dich bei der Gartengestaltung?

Ich lese in Fachzeitschriften oder Gartenbüchern. Ganz viele Anregungen hole ich mir auf anderen Blogs oder neuerdings auch auf Instagram.

Was hat sich in Deinen Leben verändert, seit Du einen Garten gestaltest?

Erst hatte ich einen Garten und nun hat der Garten mich. Ich glaube, ich bin eindeutig mit dem Gartenvirus infiziert, denn ich könnte mir ein Leben ohne Garten gar nicht mehr vorstellen. Als kleines Mädchen war ich schon mit meiner Mutter und Oma im Garten und nun habe ich eben einen eigenen Garten, in dem ich mich austoben kann. Auch nehme ich heute meine eigenen Kinder mit in den Garten und die beiden sind schon recht gute Junggärtner. 

Melanie Ebeling und Gartenaugenblicke online:

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