GartenMenschen – Das Garteninterview mit Swana Hoffmann alias „Gardenuschi“

GartenMenschen  – Das Garteninterview mit Swana Hoffmann alias „Gardenuschi“

Für mich als Gärtnerin sind die sozialen Netzwerke eine wahre Fundgrube für Rat und Tipps und eine Möglichkeit auf Entdeckungstour zu gehen. So stolperte ich auf meiner virtuellen Stromerei immer wieder über das Instagram-Profil einer gewissen „Gardenuschi“ aus Berlin. Großstadt und dann Gartenbilder, die nicht auf ein Anwesen in einer Schrebergartenkolonie schließen ließen – das machte mich neugierig. Und dann gibt es da Bilder von einem blauen Häuschen im Wald, in das ich mich einfach verliebt habe. Ein riesiges Panoramafenster, davor eine Holzterrasse mit Hängesessel – mitten im Wald. Wieso das Areal eine Yogamatte ist und was ein Tüllrock dort am Feuer zu suchen hat erfahrt Ihr im Garteninterview mit Swana.

Wer bist Du und wo und wie lebst Du?

Mein Name ist Swana Hoffmann. Ich lebe mit meinen beiden Kindern und meinem Mann in einer Altbauwohnung in Berlin. 

Wie bist Du zu Deinem Garten gekommen?

Ich bin in einem großen Haus am Rande eines Waldes groß geworden. Dort war ich als Kind eigentlich immer den ganzen Tag draußen und konnte mich frei bewegen. Als Kind weiß man das natürlich nicht zu schätzen, aber später als Erwachsener und vor allem selber als Mama wird einem das immer wichtiger. 

Meine erste Tochter ist im Sommer 2012 geboren worden. Wir hatten unsre Berliner Stadtwohnung und damals noch ein altes schwedischen Holzboot mit dem wir am Wochenende über die Berliner Gewässer geschippert sind. Mit so einem Kleinkind wurde das aber dann immer schwieriger. Nachdem wir im Frühjahr 2014 das 7. Wochenende am Stück auf irgendwelchen Berliner Spielplätzen verbracht hatten oder unsere Ausflüge immer nach Mittagschlafzeiten anpassen mussten, hatten wir die Nase voll und haben entschieden: wir wollen eine Garten. 

Das wollen in Berlin viele Menschen, deswegen dachten wir, das wird ewig dauern aber wir hatten Glück. Ich habe bei Immobilienscout geschaut und in dem Moment wurde ein Grundstück mit Laube online gestellt. Ich war die erste die sich gemeldet hat und bekam den ersten Besichtigungstermin. Drei Tage später sind wir nach Biesenthal gefahren und haben uns die Hütte angesehen. Mein Mann hat das Potenzial sofort erkannt, mir war es zu waldig und dunkel. Wir haben uns am gleichen Tag noch ein anderes Häuschen angesehen und dann tatsächlich einfach in Biesenthal zugeschlagen. Ich habe mich da komplett von meinem Mann leiten lassen und auf ihn vertraut.

Und damit sollte ich richtig liegen, denn wir haben es keine Minute bereut und unseren absoluten Lieblingsplatz gefunden.

Beschreibe Deinen Garten. Was macht den Garten zu Deinem Garten?

Mein Garten ist mein Experimentierfeld und meine Yogamatte.

Meine Eltern sind mit dem grünen Daumen gesegnet. Ich leider gar nicht. Meine Pflanzen in meiner Wohnung gehen regelmäßig ein und Fachwissen existiert bei mir überhaupt nicht.

Es gibt kein Konzept. Doch das gibt es: Keine geraden Rasenkanten und alles soll natürlich in einander fließen. Das ist bei trockenem brandenburger Acker echt schwierig. Also versuche ich einfach ganz viel und schaue, ob es klappt. Ich werde mit Pflanzen aus dem Garten einer Freundin versorgt und kaufe selber und pflanze ein. Und dabei komme ich in den kompletten Entspannungsmodus. 

Ich gehöre leider zu der Sorte Mensch, die niemals abschalten können. Ich habe viel ausprobiert und nichts hat wirklich geholfen. Sobald ich aber mit meinen Händen im Brandenburger Sand stecke und einfach so vor mich hin fummel kann, geht mein Kopf auf Wanderschaft und ich kann loslassen. Das macht meinen Garten für mich so kostbar. 

Welche Bedeutung hat Dein Garten für Deinen Alltag?

Wie oben beschrieben: Mein Garten ist mein Yoga und Abschalteort. Sobald wir ins Auto steigen und Richtung Norden fahren, verändert sich unsere Familie irgendwie. Die Kleine spricht in der Kita immer vom “blauen Haus“. Jeder kennt es und weiß, wie wichtig es uns ist. Und das ist das schöne: Es ist Teil der Familie und für jeden etwas Besonderes.  Meine Kinder wissen wie wichtig mir der Garten und die Pflanzen sind und nehmen ganz von alleine Rücksicht und freuen sich mit mir, wenn es wieder etwas zu sehen gibt. 

Gibt es besondere Momente, die Du mit Deinem Garten verbindest?

Den 2. Geburtstag unsere Großen / die Gartenfeier im kleinen Kreis zur standesamtlichen Hochzeit: Im Tüllrock am Lagerfeuer / die Einschulung der Großen/  lange, warme Sommerabende / lachende und rumschreiende Kinder / der erste selbstgeerntete Apfel

Worauf hast du bei der Gestaltung Wert gelegt?

Darauf, dass es natürlich bleibt. Es gibt keinen richtigen Plan. Ich entscheide aus dem Bauch heraus und der Brandenburger Acker zeigt mir, ob er das auch so sieht.

Was oder wer inspiriert Dich bei der Gartengestaltung?

Ich schaue tatsächlich viel bei Instagram und lasse mich da inspirieren. Und dann steht meine Mama (mit ihrem grünen Daumen) für Anregungen und Tipps immer zur Seite.

Was hat sich in Deinen Leben verändert, seit Du einen Garten gestaltest?

Ich bin ausgeglichener geworden und ich habe einen Ort gefunden, an dem ich weiß: hier kann ich runter fahren.

Wenn es mal zu schlimm ist, dann packe ich meine Sachen für eine Nacht und düse mal kurz gen Garten. Buddel in der Erde rum und komme wieder heim. Dann ist alles (naja fast alles) wieder gut.

Gardenuschi bei Instagram

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