GartenMenschen – Das Garteninterview mit Anja Klein vom Blog “Der kleine Horrorgarten”

GartenMenschen – Das Garteninterview mit Anja Klein vom Blog “Der kleine Horrorgarten”

Der überhaupt coolste Spruch von allen Gartenblogs, die mir je untergekommen sind, ist “Blumen, Kohl & Rock’n’Roll”. Das ist das Motto vom Blog “Der kleine Horrorgarten”. Als ich das las, grinste ich wie ein Honigkuchenpferd und fühlte mich sofort zu Hause.  Neben der Leidenschaft zum Garten schien hier meine große Liebe zur Rockmusik geteilt zu werden. Und in der Tat, bei Anja und Andreas geht es herrlich unkonventionell zu und hin und wieder entdeckt der geneigte Musikfan thematisch musikalische Verweise. Neben großartigen Praxistipps, gibt es Rezepte und herrliche DIY-Ideen. Doch das Bloggen  ist nur ein Teil des Gartenlebens der Anja Klein, wie ich in diesem Garteninterview herausfand. Aus ihrer Leidenschaft wurde inzwischen Berufung. Sie ist Chefredakteurin eines Gartenmagazins, hat ein Buch veröffentlicht und hat noch weitere Pläne. Ein tolles Beispiel, wie leidenschaftliches Tun das Leben bereichern kann. 
Ich bin entzückt und es ist mir ein inneres Rockkonzert ;-), dass 2019 die Garteninterview-Reihe mit Anja Klein beginnt.

Wer bist Du und wo und wie lebst Du?

Mein Name ist Anja Klein, ich wohne mit Mann und Kind mitten in Köln. In einer kleinen EG-Wohnung mit großem Stadtgarten. Wenn ich morgens vom Bett aus, aus dem Fenster blicke, schaue ich ins Grüne. Ein großes Glück.

Wie bist Du zu Deinem Garten gekommen?

Der Stadtgarten gehört zu unserer Wohnung. Aber leider kann man dort kein Gemüse anbauen. Dazu ist er zu schattig. Für mich gehört der Anbau von Gemüse und auch viele bunte Blumen unbedingt zu einem Garten dazu. Deshalb habe ich zusätzlich einen Schrebergarten gepachtet. Er liegt zehn Fahrradminuten von unserer Wohnung entfernt in einer klassischen Kleingartenanlage. 


Beschreibe Deinen Garten. Was macht den Garten zu Deinem Garten?

Mein Garten ist wild und bunt. Er begrüßt seine Besucher mit viel Farbe und Duft. Man betritt ihn durch einen Rosenbogen und steht dann erst einmal in einem Blumenmeer. Überall schwirrt und summt es. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, alle freuen sich über die farbenfrohe Vielfalt. Ich gärtnere biologisch, torffrei und insektenfreundlich. Das Key-Piece im Garten ist ein selbst gebautes Gewächshaus aus alten Fachwerkfenstern. Im Moment ist es sehr „shabby chic“ und muss dringend renoviert werden. Durch eine Brombeerhecke am Spalier gelangt man in den hinteren Gartenteil. Hier gibt es mehrere gemütliche Sitzplätze und einen schönen alten Apfelbaum. Am Gartenende stehen meine Bienen – zur Zeit habe ich fünf Völker. Davor wächst das Gemüse in mehreren  – teils selbst gebauten – Hochbeeten. Links davon steht das neue Tomatenhaus. Es ist quasi die kleine Schwester den Gewächshauses. Ebenfalls aus alten Fenstern selbst gebaut. 

Welche Bedeutung hat Dein Garten für Deinen Alltag?

Im Garten kann ich wahnsinnig gut entspannen. Beim Unkraut jäten, beim Kompost sieben und auch beim Imkern bin ich ganz bei mir. Es macht mich glücklich, wenn alles wächst und gedeiht. Während der Saison bin ich fast täglich hier. Ich kann mir ein Leben ohne Garten nicht vorstellen. 

Gibt es besondere Momente, die Du mit Deinem Garten verbindest?

Es gibt viele besondere Momente an die ich mich gerne erinnere. Im Sommer nach einem arbeitsreichen Tag die Glühwürmchen beobachten. Das erste BIBBER-BBQ mitten im Winter, im frisch gebauten Gewächshaus. Die vielen lieben Besucher bei unserem Honigtag. Den Meisen beim Brüten zuschauen. Wenn im Frühling das erste zarte Grün erscheint. Mit meinem Mann auf der selbst gebauten Paletten-Paletten-Lounge sitzen und Pläne für die nächste Saison machen. Die erste Erdbeere ernten – immer wieder ein Fest. 

Worauf hast du bei der Gestaltung Wert gelegt?

Ich stehe total auf Kreise. Ich glaube von Kreisen geht eine besondere Kraft aus. Deshalb sind sie auch ein wichtiges Gestaltungselement in meinem Garten. Es gibt eine Kräuterspirale. Ein großes Rundbeet mit einer Trockenmauer. Einen Rasenkreis um den Birnbaum und einen Mulchkreis um den Apfelbaum. Was ich dagegen gar nicht mag sind blickdichte Hecken. Ich liebe das Gespräch über den Gartenzaun. Die mannshohe Hecke vom Vorpächter habe ich durch niedrige dauerblühende Rosen ersetzt. Trotzdem gibt es ausreichend nicht einsehbare Rückzugsräume durch geschickt gestaltete Gartenräume. 

Was hat sich in Deinen Leben verändert, seit Du einen Garten gestaltest?

Ehrlich gesagt hat sich so ziemlich alles in meinem Leben geändert nachdem ich den Schrebergarten gepachtet habe. Zeitgleich mit dem Gärtnern habe ich auch mit dem Bloggen begonnen. Vorher habe ich beruflich über Food- und Ernährungsthemen geschrieben. Ich bin Lebensmitteltechnologin. Dann habe ich meine Gartentexte auf die Buchmesse mitgenommen und bin mit einem Vertrag über ein Gartenbuch zurückgekommen. Ein Traum. Es folgten immer mehr Auftraggeber aus dem Gartenbereich. Eine Chefredaktion für eine Gartenzeitung, ein Kundenmagazin für einen Gartencenter. Inzwischen ist sogar mein Mann (er ist Fotograf) bei mir mit eingestiegen. Ich darf mich den ganzen Tag mit Gartenthemen beschäftigen und verdiene sogar noch Geld damit. Besser geht es nicht. Oder doch, vielleicht. Eines Tages möchte ich einen Garten auf einer Gartenschau gestalten. Auf einer großen Gartenschau. Always dream big 🙂

“Der kleine Horrorgarten” online:

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